02. August 2005
Dienstag

8. Tag

11:00 Uhr

Alles soweit fertig. Kann losgehen. Handyanruf, sie kommen gleich an, ich soll schon mal Alles rausstellen, weil’s flott gegen muss.

Schade.

Achja: 46 Steinplatten sind es übrigens…

7 Tage Stille
Epilog
24.08.2005

Genau zur richtigen Zeit, der richtige Ort! Probleme hatte ich direkt nach der Stille mit dem Lärm der vermeintlichen Großstadt. Das kann man nicht beschreiben, welcher Unterschied das ist. TV, Radio, Autos, Autobahn, Straßenlärm usw. usw. Für mich immer noch (heute, 24.08.05) fast unerträglich.

Gefühle kann man verstandesmäßig steuern! So wie ich anfänglich durchdacht und mich gefragt hatte. Ja, es ist möglich. Ich habe mich ganz bewusst in einer Situation gegen mein Gefühl gestellt und mit dem Verstand entschieden. Das erste mal in meinem Leben und es klappt!

**

Ich habe in den sieben Tagen mehr über Buddhismus gelernt, als mir bewusst war. Das zu erklären ist aber ein Ding, das nicht geht. Empfindungen kann man nicht in Worte fassen.

Gemerkt habe ich, wie in unserer „normalen“ Welt doch Respekt und Akzeptanz behandelt werden, nämlich so gut wie gar nicht. Jeder ist sich Selbst der Nächste und das war’s.

Über dem Kloster hing eine besondere Energie, die mich sehr beeinflusst und geprägt hat. Ein Energiefeld das absolut zu spüren war. Im Nachhinein kann ich mir auch die Stille und den Frieden erklären, das „Flugvolk“ und die Menschen dort. Regen ohne Wolken (!) und das Tor zum Himmel zwischen den beiden Bäumen, das etwas Unreales hatte.

Weshalb meine Gedanken so fließen konnten, wie sie geflossen sind hat mich im Nachhinein erstaunt. Dass sie so gelenkt wurden, ist mir klar geworden. Von alleine hätte ich nicht solche Eingebungen gehabt. Im Nachhinein werden diese Sätze, die ich geschrieben habe, für mich immer wertvoller und auch verwunderlicher. über dem Kloster hing Buddhaschaft und das in einer Reinheit, die mich umarmt und mir gezeigt hat, was es noch Alles gibt, außer meinen kleinen Gedanken.

Ich bin kein anderer Mensch geworden, aber ich betrachte Dinge anders und versuche beide Seiten zu sehen und denke mir, dass das Leben nicht nur daraus besteht, Widerstand zu sein. Biegsam wie eine Zweig, aber nicht brechbar. Ich versuche das, was ich gerade tue, so gut zu machen, wie ich eben kann.

Die schlimmste Phase meines Lebens habe ich in die beste umgewandelt. Das konnte ich aber nur, weil verschiedene Menschen gerade zum richtigen  Zeitpunkt für mich da waren.

Man ist nie auf sich allein gestellt, auch wenn man alleine durch verschiedene Phasen gehen muss.

Ich habe Kontakte wieder belebt, die durchtrennt und Kontakte beendet, die mir wichtig waren. Alles ist ein Prozess, den man lernen und leben muss. Solange man davon überzeugt ist, was man tut, kann Nichts schief gehen.

**

Meine Wohnung habe ich gestrichen [Danke an L.!!!], bzw. das Wohnzimmer und umgestellt, neue weiße durchscheinende Vorhänge (wie im Kloster!) gekauft. Nun fegt hier ein neuer Wind.

Ich habe mir glasklare Grundsätze gesetzt, was für mich wichtig ist und was nicht, an denen ich nicht rüttele und an denen auch nicht von irgendeiner Seite gerüttelt werden kann.

**

Ich habe mich ganz bewusst reduziert, wie ein Kieselstein, auf ein einfaches Sein-Eins.
Habe Ver-Bindungen gekappt, mental Alles abgeworfen, was mich belastet und vergiftet hat und bin „nur“ noch Ich. Und genau DAS ist es für mich.

**

Nicht zuviel von Allem.

Das Leben ist nicht einfacher, aber es ist harmloser geworden.